Montag, 11. April 2016

Eine Nacht im "Angstloch" von Burg Lauenstein


Was wir für das Experiment benötigten, war nicht viel: eine Museumsleiterin, die voll auf unseren schrägen Trip abfuhr, zwei Ballen Stroh und jede Menge aufgeschreckte Einwohner, die das Experiment mit Worten bis weit über die Stadtmauern Lauensteins hinaustrugen.

Das alles war fast im Handumdrehen erledigt – und deshalb standen am "Tag der Angst" (Mitte Oktober 2012) zahlreiche Medienvertreter am Schlosstor.
Für Maik und mich stellte sich nach einer Weile allerdings die Frage: Wann lassen uns die Leute bloß endlich wieder in Ruhe? Denn eigentlich hatten wir ja etwas ganz anderes vor ... Erst nach einer Stunde Hin und Her auf dem Burghof für die Kameraobjektive und ausgeklügelten journalistischen Fragen nach dem Warum und Wieso stiegen wir schließlich auf einer langen Aluminiumleiter hinab in die tiefe Gruft.

An der Decke hingen sie, die Spinnenbehausungen, die wie kleine weiße Zuckerwatteflocken aussahen. Wirklich gruselig hübsch! Und auch Rudolf machte sich ganz schön dick.
Ach ja – Rudolf ist das Skelett, das direkt unter dem Einstiegsgitter des Angstlochs liegt und die Hauptlast der hineingeworfenen Bonbonverpackungen aushalten muss.

Überhaupt erst deswegen nahm die Geschichte übrigens ihren Anfang, denn ich bot Frau Gelbrich vom Museum der Burg Lauenstein gutherzig an, für sie den Müll von da unten nach oben zu holen. Dafür wollten wir dann aber auch wenigstens eine Nacht im Angstloch verbringen – an einem Ort, wo seit fast einem halben Jahrtausend niemand mehr auch nur ein Auge zugetan hatte. Einem  Ort, der für grausames Dahinsiechen stand, an dem sich Menschen im Wahnsinn selbst verstümmelt hatten.

Der Deal stand! 


Das Angstloch von Lauenstein














  
Fortsetzung folgt ...

1 Kommentar:

KaratekaDD hat gesagt…

Auf gewisse Ideen muss man erst mal kommen...