Sonntag, 10. April 2016

Von zweien, die auszogen, das Fürchten zu lernen


Ein verhängnisvoller Tag im Mittelalter. Wir schreiben das Jahr 1575. Fünf Bauern verweigern dem Burgherrn von Lauenstein einen eingeforderten Dienst, da sie meinen, auf ihren Äckern dringender gebraucht zu werden.

Burg Lauenstein














Daraufhin sperrt sie der erzürnte Burggraf von Bünau wegen Ungehorsams kurzerhand in den dunkelsten Kerker der alten Grenzburg – ins sogenannte "Angstloch"!

In was für ein Loch bitte?
Ins Angstloch – ein fensterloses Verlies in acht Metern Tiefe mit jeder Menge Spinnen und Fäkalien darin. Dieses liegt direkt unter der Wachstube und hinein gelangt man nur über eine winzige vergitterte Öffnung im Boden – und zwar per Seil. Ein Verlassen des Lochs war nicht zwangsläufig vorgesehen.
Für eine lange Zeit steckte nun also der gestrenge Burggraf die aufmüpfigen Bauernlümmel in dieses berüchtigte Loch. Freigang oder Toilettengang? Fehlanzeige! Erst auf Drängen der Ehefrauen ließ sich der Herrscher der Burg erweichen und holte die Männer wieder ans Tageslicht – nach geschlagenen fünf Wochen!

Grund genug, nach mehr als 400 Jahren dieses Experiment zu wiederholen. Mit Freiwilligen. Mit uns.

Uns?
Maik und Mario Sempf. Zwillingsbrüder aus Dresden.

Mario Sempf (links) und Maik Sempf (rechts)

















 Fortsetzung folgt ... 

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