Dienstag, 9. August 2016

Schimpf und Schande


Ein berühmtes Bild, das Dresden in seiner ganzen barocken Pracht zeigt, stammt von dem 1722 geborenen Bernardo Bellotto, auch bekannt als Canaletto.
Dieser venezianische Maler verstand es perfekt, die Dresdner Architektur mit ihren Glanz- und Schattenseiten auf besondere Weise einzufangen. Und zwar so gut, dass er die meisten seiner Bilder sogar zweimal anfertigen musste. Nicht nur für den Kurfürsten August III., sondern auch für die private Bildersammlung des Grafen Brühl. Und er verewigte auf einigen seiner Bilder überraschende Details, die es sonst nirgends zu sehen gibt – unter anderem auch in seinem Gemälde "Der Neumarkt zu Dresden, vom Jüdenhofe gesehen".













Bei den Recherchen zu meinem neuen Buch "Vom Hängen und Würgen" rückte mir darin ein ganz besonderes Detail einer grausigen Strafe in den Fokus. Eine äußerst entwürdigende Prangerstrafe, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einigen deutschen Städten angewendet wurde. Ein offensichtlich hölzernes Strafgerät, das als "Sitzpranger" Bekanntheit erlangte.
Auf Canalettos berühmtem Neumarkt-Bild ist dieses merkwürdige Tier, auf dessen scharfem Rückgrat man als Sträfling für mehrere Stunden zu sitzen hatte, gut zu erkennen. Verwunderlich eigentlich, dass dieses Detail bislang noch nie näher erfragt worden ist, denn die bizarren Strafgeschichten, die sich mit diesem Gerät verbinden, sind es wert, erzählt zu werden.

Worum es sich bei dieser besonders schmerzhaften Strafe handelte?
Immer schön neugierig bleiben. Wir klären es auf, Stück für Stück.

Euer Mario

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