Donnerstag, 1. Dezember 2016

Eintrag in einer Dresdner Chronik aus dem 18. Jahrhundert

„Johanna Christiana Schäferin aus Dresden-Friedrichstadt, ein 28-jähriges Eheweib eines Soldaten bei hiesiger Garde du Corps (Polizeieinheit), welche am 1. Oktober 1783 einen schändlichen gewaltsamen Mord an ihrer Wohltäterin und Patin begangen, ist auf hiesigem Rabenstein decolliert (mit dem Schwert den Kopf vom Rumpf geschlagen) worden.
Sie ging in aschgrauem Damis gekleidet, trug an der Brust ein Blumenbouquet und hatte eine schwarze Damisschürze vorn. Ihrem Tode ging sie mit Heiterkeit und standhaftem Geiste recht christlich gefasst entgegen. 
Gebe der Himmel, dass dieses Strafexempel einen heilsamen Eindruck auf böse Herzen macht und sie mächtig vom Verderben auf den verlassenen Weg der Tugend zurück scheucht!
Im Arrest kam sie mit einem Kinde danieder, um dessen Erziehung sich nun gesorgt werden wird.“

Bild eines Rabensteins (jedoch nicht des Dresdner Schafotts)

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