Mittwoch, 21. Dezember 2016

Kleines düsteres Sammelsurium zur Weihnachtszeit - Teil 3

Dresdner Polizeiberichte aus dem Jahre 1897 – Oh, du kriminelle Weihnachtszeit …

„Auf dem diesmaligen Jahrmarkte sind eine ganze Reihe von Taschendiebstählen verübt und zur Anzeige gebracht worden. Der Kriminalpolizei gelang es, am Montag zwei reisende, aus Lodz in Russisch-Polen stammende Taschendiebe, angeblich jüdische Kaufleute, auf frischer That in den Budenreihen am hiesigen Johanneum zu ergreifen. Ihnen wurden bis jetzt sechs verschiedene Taschendiebstähle nachgewiesen. Im Besitze derselben befanden sich noch ein viereckiges braunledernes Damenportemonnaie mit Kugelverschluss und mit einem Kleeblatte verziert, ein gelbledernes Geldsäckchen mit Kugelverschluss, das die Aufschrift FRÖHLICHE WEIHNACHTEN trägt, ein grünledernes, innen grau gefüttertes längliches Damenportemonnaie mit gelbem Bügel und Kugelverschluss sowie ein sackförmiges schwarzes Herrenportemonnaie mit weißem Bügel.
In einem der Portemonnaies befand sich eine gelbe Messingmarke Nr. 1336. Ueber das Abhandenkommen dieser Portemonnaies liegen hier noch keine Anzeigen vor, weshalb die Eigenthümer derselben ersucht werden, sich baldigst bei der Kriminalabteilung der hiesigen königlichen Polizeidirektion zu melden.“


„Auch wurde eine 43 Jahre alte, getrennt lebende Arbeitersehefrau beim Taschendiebstahl betroffen, festgenommen und einer ganzen Anzahl von Diebstählen überführt.“


„Außerdem wurde eine 27 Jahre alte Schlossersehefrau von der Kriminalpolizei auf frischer That ertappt, wie sie von einem Verkaufsstande auf dem Neumarkte Waren entwendete.“

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