Montag, 1. Januar 2018

Thomas' und Marios "Dresdner Merkwürdigkeiten 2018"

… in Anlehnung an Johann Christian Crells (1690–1762) unter dem Pseudonym Iccander veröffentlichte Reihen "Diarium Dresdense", "Sächsische Kern-Chronikon" und "Dresdner Merkwürdigkeiten" (zusammen mit Peter Georg Mohrenthal).
  

Heute: Was wir für euch vorhaben

Ihr kocht gerne?
Sehr schön. Wir nämlich auch. Also … irgendwie zumindest, aber das erklären wir euch besser in kleinen Häppchen. Unser "Menü" für 2018 ist nämlich nichts für Leute mit nervösem Magen.
Unsere aufregenden Appetitanreger für das neue Jahr sind kleine Fundstücke aus dem reichen Fundus schräger, unfassbarer, merkwürdiger und überraschender Alltagsdinge. Manchmal bizarr, manchmal belustigend – unserem Thema entsprechend aber immer eher düster, mordlustig oder schräg, auch wenn sich alles auf den zweiten Blick manchmal als harmlos herausstellen mag. Man sieht eben, was man sehen will. So ergeht es auch uns als Autoren. Ihr lieben Leserinnen und Leser mögt uns unsere überschäumende Versessenheit auf düstere Hinterlassenschaften bitte verzeihen. An manchen Stellen schießen wir mit Sicherheit übers Ziel hinaus. Der Heißhunger ist halt unter Umständen schwer zu bändigen. Doch immer bieten wir euch damit einen anderen Blick auf die Experimentelle Archäologie. Wir wollen euer Geschichtsbewusstsein wachrütteln – und das mit zum Teil ungewöhnlichen und überraschenden Betrachtungen.
Freut euch in 2018 also auf insgesamt 52 besondere Fundstücke aus dem Reich des Morbiden, auf kleine und große, aufwühlende, abschreckende und urkomische Anekdoten und Mitbringsel. Wunderliche Entdeckungen am Wegesrand gehören ebenso dazu wie bewusst ins städtische Alltagsleben platzierte Aufreger. Kurzum: Kleine makabre Kuriositäten des Alltags verflossener Tage, die auch heute noch das Zeug dazu haben, uns so manchen Augenblick mit einer Gänsehaut zu würzen. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Verkosten unseres neuen Menüs. Wir haben kräftig die Kochlöffel geschwungen. Versprochen!
So, und nun ran an den gedeckten Tisch!


Fundstück Nummer 1: "Leichen-Schmaus"

Zu Weihnachten gehört gutes Essen einfach dazu. Mich verschlug es am zweiten Feiertag nach Dippoldiswalde in die "Alte Sattlerei" zu gebratener Gans mit Klößen. In einer auf dem Tisch liegenden Ausgabe der "Sattlerzeitung" (Original von 1904) erfuhr ich von den damals brandneuen Erfindungen. Auch wurde auf den Reklameseiten für das 3400. Fahrzeug geworben, das im Jahre 1904 zum Versand gebracht wurde: ein filigraner Leichenwagen, den die Hersteller in höchsten Tönen anpriesen.
Wie man sich bettet, so liegt man eben …


Übrigens: Gummiräder waren zu der Zeit – darauf wird in dem Artikel extra noch einmal hingewiesen – in der Harthaer Rohbau-Wagen-Fabrik ständig erhältlich. Das beruhigt, waren sie doch der letzte Schrei auf Dresdens Straßen und somit unter Umständen "Bückware".


Viele liebe Grüße und bleibt in 2018 immer schön neugierig,
Mario und Thomas